Knochenschnitzereien

Knochenschnitzereien

Zu prähistorischer Zeit war Knochen das bevorzugte Rohmaterial zur Fertigung von Gegenständen des täglichen Bedarfs. Sowohl sein Gefüge, als auch seine Härte machten ihn zum idealen Grundstoff für die Anfertigung aller möglichen Dinge, was auch Schmuck und Zierrat mit einschließt.

Da Knochen von Natur aus spröde ist, kommt seiner Bearbeitung eine besonderen Bedeutung zu. Der Schnitzer kann oftmals nur parallel oder aber im rechten Winkel zur Wachstumsrichtung arbeiten. Ebenfalls sind der Größe und Stärke der Gegenstände enge Grenzen gesetzt. Härte und Homogenität des Materials ermöglichen eine sehr glatte Politur.

Im Mittelalter wurden Knochen in großen Mengen verarbeitet. Das Material war denkbar einfach zu beschaffen. Es fiel praktisch als Abfallprodukt beim Schlachten an und war daher sehr billig. Hergestellt wurden Schalen für Messergriffe, Knöpfe, Spielsteine (z.B. für "Dame" oder "Trictrac"), Kämme, Flöten, Schmuckstücke, Buchdeckel, Verkleidungen von Kästchen und vieles mehr. Neben Handwerkern, die Elfenbein verarbeiteten, gab es solche, die sich ausschließlich auf die Verarbeitung von Knochen spezialisiert hatten. Im Vergleich zu Walroßbein und Elfenbein war Knochen das eindeutig preiswertere Material.